Planung

Ausgelöst durch Filme, Serien, Schauaquarien oder auch einfach nur Zufall, könnten wir an dieses doch sehr interessante und (noch) eher ungewöhnliche Hobby geraten.
Die Faszination, ein kleines Stück Meer im Wohnzimmer stehen zu haben scheint sehr verlockend.
Doch Achtung...Dieses Hobby ist mit höheren Kosten und mehr Aufwand als manch Andere verbunden. Anschaffung und weitere Pflege sind hier zwei verschiedene paar Schuhe!
Daher ist es sinnvoll, sich erst mal schlau zu machen, und nicht direkt in einen Kaufrausch zu verfallen.

Alles klar...Die Entscheidung steht...Ein Meerwasseraquarium soll unser Wohnzimmer verschönern.
Und schon kommt ein riesen Wust an Informationen und Fragen auf uns zu!
Unser Portemonnaie, der gewünschte Besatz und der zu Verfügung stehende Platz schränken uns zum Glück hier schon ein. Zumindest in den meisten Fällen.

Welche Maße soll das Becken haben?
Wie viel Liter sollen es sein?
Hält mein Boden diese Belastung aus?
Welche Technik benötige ich?
Wer kann mir helfen?
Welche Tiere sollen es sein?
...
..
.
Diese Liste kann fast unendlich fortgeführt werden...Aber keine Panik...Das Chaos lichtet sich im Laufe der Zeit.

Wer sich hier weniger Arbeit machen möchte, sollte sich nach einem Plug&Play System erkundigen.
Zum Beispiel bietet die Firma Red Sea sehr schicke, technisch gut ausgestattete Becken in verschiedenen Größen an.
Natürlich, wie bei jedem fertigen System, gibt es an der ein oder anderen Stelle Möglichkeiten, Dinge zu verbessern. (Beispiel: Stromverbrauch, Lautstärke, Optik, Qualität der Technik.....)

Da der Bericht hier noch nicht enden soll, haben wir uns für ein selber zusammengestelltes Aquarium entschieden.;-)
Im folgenden Text beschreibe ich nur die wirklich wichtigsten Hilfsmittel (mit minimaler technischer Ausstattung) der Meerwasseraquaristik.

Nachdem die Größe und Form geklärt ist, das Becken bestellt wurde, geht es ans Eingemachte. Unsere Einkaufsliste ist noch ganz schön voll.
In unserem Hobby ist gerade bei der Anschaffung das Portemonnaie sehr gefordert.
Wer hier am falschen Ende spart, zahlt in der Regel zweimal!


Unterschrank
Belastung durch Gewicht, Belastung durch Salzwasser, Geräumigkeit, Bedienbarkeit, Platzbedarf, Material und Optik sind wohl die wichtigsten Kriterien, die beachtet werden müssen.
Mit ein wenig handwerklichem Geschick, können wir uns einen passenden Unterschrank aus Holz oder Metall selber bauen. Oder aber beim Schreiner bestellen. Beispiel aus MDF


Technikbecken
Viele Aquarien werden mit Technikbecken im Unterschrank betrieben.
Dazu schaut bitte mal hier: Kleine Planungshilfe TB
Aber auch hier kann der Handel oder der Aqauariumbauer helfen.


Beleuchtung
Die entsprechende Aquariumbeleuchtung gehört mit zu den teuersten Anschaffungen, die wir tätigen müssen.
Zur Auswahl stehen uns verschiedene Systeme. (HQI, HQI/T5, T5, LED, T5/LED)
Welche Beleuchtung mit welcher Leistung gewählt wird, hängt von den gepflegten Tieren und den Wünschen des Besitzers ab.
Achtung! Die Aquariumbeleuchtung wird ca. 10-12Stunden/Tag in Betrieb sein müssen.

HQI
Die erwähnte HQI-Lampe ist in der heutigen Zeit eher seltener geworden und wurde durch T5 ersetzt.

T5-Röhrenbeleuchtung
T5 Röhren sind 16mm dicke (dünne) Leuchtstoffröhren, die elektronisch über ein Vorschaltgerät betrieben werden. Diese Technik ermöglicht uns, diese Röhren zu dimmen.
T5-Lampen gibt es, passend zu Standardaquarien,  in Längen von 60cm - 150cm. Daraus resultierend werden Röhren mit 24W, 39W, 54W oder 80W verbaut. Durch die Anzahl der Röhren und die Länge der Lampe können wir uns die gewünschte Leistung zusammenstellen.
Verschiedene Lichtfarben bieten unseren Tieren die gewünschten Bedingungen.
Bei einer reinen T5-Beleuchtung wird eine Leistung von mindestens 1W/Liter empfohlen.
Eine T5 Röhre sollte alle 6-9Monate gewechselt werden, da die Leistung mit der Zeit abnimmt.
Die gute flächige Ausleuchtung sollte immer durch Lampen mit Einzelreflektoren unterstützt werden.

LED
Hersteller stecken viel Geld und Zeit in die Weiterentwicklung ihrer LED-Lampen und bieten gute Ergebnisse. Lange wurde damit geworben, dass eine Leistung von 0,5W/Liter und eine Lebensdauer von 50.000Stunden eine T5-Beleuchtung mit 1W/Liter ersetzen kann. So hätten wir natürlich ne Menge Energie gespart. Leider fehlen aber bei LED-Lampen Langzeiterfahrungen zur Haltbarkeit und erfolgreichen Pflege von Korallenriffen.
Zudem sind LED-Lampen teurer in der Anschaffung und werden zur Zeit schon mit bis zu 1W/Liter empfohlen.
In ein paar Jahren wird LED sicherlich die T5 Lampen ablösen. Hierzu muss aber wohl noch ein wenig Zeit für Forschung und Erfahrungen vergehen.

Hybridlampen
Hybridlampen vereinen die oben genanten Eigenschaften,  und sind aktuell wohl die beliebtesten Alternativen. Leider müssen wir bei diesen Lampen schon sehr tief in die Tasche greifen.


Strömung
Durch Strömung werden unsere Korallen im Meer mit Nährstoffen versorgt und von Ablagerungen befreit.
Eine gut geplante und angepasste Strömung ist sehr wichtig und sollte nicht unterschätzt werden.
Viele Probleme mit niederen Tieren oder zu hohen Nährstoffen enstehen nachweislich durch mangelhafte Strömung.
Daher sollte wir in unserem Aquarium versuchen, ähnliche Bedingungen zu schaffen. Hierzu bietet der Handel Rückförderpumpen oder gut einstellbare Strömungspumpen (z.B. Tunze) an.
Ein grober Richtwert für die benötigte Umwälzung wird mit dem 20-30fachen des Beckenvolumens angegeben. Viel wichtiger sollte aber hier keine Zahl sein, sondern eine Strömung, die wirklich auch das ganze Becken erreicht. Logischerweise haben wir mit mehreren kleineren/schwächeren Pumpen mehr Erfolg, als mit ein oder zwei großen/leistungsstarken Pumpen.
Um auch zukünftig keine wesentlichen Einschränkungen durch zum Beispiel Korallenwachstum zu haben, können steuerbare Pumpen sehr nützlich und sinnvoll sein.
Alternativ gibt es die Möglichkeit, die Strömung über ein Closed Loop System zu realisieren.
Hier werden Rückförderpumpen in einem geschlossenen System genutzt und vorher durch Beckenbohrungen, Strömungsauslässe im Riff verteilt. Daher ist die Einstellung zu späterem Zeitpunkt leider etwas aufwändiger und schwieriger und muss sehr gut durchdacht sein.



Abschäumung
Ein Abschäumer entfernt durch aufsteigende kleinste Luftblasen (Adhäsion) organischen Müll, bevor diese Teil unseres Stickstoffkreislaufes werden können. (eine Umwandlung in Ammonium wird so verhindert)
Zusätzlich und nicht unwichtiger wird durch einen Abschäumer das Aquariumwasser kontinuierlich mit Sauerstoff versorgt.
Hier werden verschiedene Prinzipe genutzt... durch Holzausströmer, Dispergator oder Venturidüse... die alle den gleichen Zweck erfüllen sollen. Für welchen Abschäumer wir uns entscheiden, ist meist auch eine Platzfrage.
Im Netz gibt es Berichte von Aquarien, die ohne Abschäumer betrieben werden. Das ist aber eher die Ausnahme und gerade für Neueinsteiger nicht zu empfehlen.



Weitere Technik
Zu Beginn nicht zwingend erforderlich, aber bei dem ein oder anderen Becken vielleicht sinnvoll, können folgende Gerätschaften sein:
Kalkreaktor, Dosierpumpen, Wirbelbettfilter, UV-Filter, Ozon, uvm.........)
Hierzu einfach vorher erkundigen und immer hinterfragen. Denn zusätzliche Technik kosten auch zusätzlich Geld.

TIPP!
Einen Heizstab und eine Auffülanlage für verdunstetes Wasser kosten nicht viel und ist auch für den Start eine sehr sinnvolle Anschaffungen.